Ein Visionär – vom Bauernjungen zum internationalen Unternehmer

„Du kannst alles im Leben erreichen, wenn du es wirklich willst“– ein Satz, den Gerold Wolfarth mit Nachdruck sagt. Er ist CEO der „bk Group“ in Endsee: Chef von 200 Mitarbeitern in 27 europäischen Ländern. Aber er ist auch ein Bauernjunge aus Archshofen. Wolfarth hat 2019 ein Buch geschrieben. „Gewinn ist nur ein Nebenprodukt“ heißt der Titel, „Wie Sie unternehmerischen Erfolg und ein erfülltes Leben in Einklang bringen“ die Unterzeile.

Also genau das, was eigentlich alle wollen.

Erfolg durch Einklang

Er benennt dafür sechs Lebensbereiche – Beruf, Finanzen, Familie, Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung und Freizeit – die in Einklang sein müssen. Nur so stellen sich für ihn dauerhaft Zufriedenheit und Erfolg ein. Den Weg dahin ebnet er dem Leser mit zehn Leitlinien. Alle völlig logisch, nachvollziehbar und verblüffend einfach. Trotzdem klappt’s nicht bei allen. Was ist also anders bei ihm?

Gerold Wolfarth, blaues Hemd, dunkle Jeans, lässiger Haarschnitt und wacher Blick, sitzt entspannt am Besprechungstisch in Endsee. Hinter ihm ist ein wandgroßes Fenster mit unverbautem Blick über die fränkische Landschaft. Vor ihm liegt sein Buch. Das hat er nicht nur im kleinen Kreis auf der Zugspitze, sondern auch beim so- genannten „Gipelstürmer“- Event in Wiesbaden vorgestellt. Vor 250 Menschen hat er von seiner Kindheit erzählt. Von brutaler Missachtung und fehlender Liebe. Eine atemlose Stille hat den Raum erfüllt. Er hatte einen schwierigen Start ins Leben und ist dennoch erfolgreich. „Ich habe mich ganz bewusst für den Weg der Liebe und Menschlichkeit entschieden“, sagt er.

Irgendwie scheint Gerold Wolfarth übernatürliche Kräfte zu haben. Der Mann ist erfolgreicher Unternehmer, Familienvater, hat dreimal den Ironman in Roth bezwungen, ist Vegetarier, setzt auf Nachhaltigkeit, fährt einen Tesla, hat 14 Elektroautos (Tendenz steigend) im Fuhrpark seines Unternehmens, wo sich alle Mitarbeiter duzen (auch mit dem Chef), und kümmert sich seit 14 Jahren je- den Montag um seine Kinder. Wer kann da mithalten? Er selbst zuckt nur mit den Schultern. Für ihn ist das ganz normal. „Das ist mein Leben“, so sein Kommentar.

So entspannt er wirkt und so verblüffend stringent sein Konzept ist, es würde nicht funktionieren, wenn dahinter nicht Konsequenz und Authentizität stünden, die alle Lebensschichten durchdringen.

Einfache Verhältnisse

Gerold Wolfarth musste sich alles selbst erarbeiten. Die Eltern hatten einen Bauernhof in Archshofen, der Vater wurde früh krank und er musste einspringen. Anpacken musste er auch als Auszubildender zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Creglingen. Danach war er Abteilungsleiter von weit älteren Mitarbeitern im Baumarkt Pehl. „Das ging nur, in- dem ich fachlich überlegen war“, erzählt er. Also hat er nach Feierabend alles an Fachwissen aufgesogen, was greifbar war.

Das wiederum war nützlich, als er 1996 Geschäftsführer der „Hand-in-Hand-Werker“ in Bad Mergentheim wurde und 1999 von dort den Sprung in die Selbstständigkeit wagte: die Geburtsstunde der Firma „Baukreativ“. 

Die wuchs schnell und 2004 baute er sein Firmengebäude der „bk Group“ im Gewerbepark Endsee. Die Adresse ist „Baukreativ Straße 1“. Das Gebäude war damals für 40 Mitarbeiter ausgelegt. „Ich dachte, das ist es nun“, erzählt er. War es aber nicht. Denn dann kam das Jahr 2006 und „Bau- kreativ“ ging beinahe Pleite.

„Mein Leben als Unternehmer, der ich heute bin, begann im März 2006“, schreibt Wolfarth in seinem Buch. Ein Liquiditätsengpass wurde zur schweren Krise. „Die Aufträge waren da, aber wir sind zu schnell gewachsen“, erinnert sich der Unternehmer. Die Banken zogen nicht mit. Gerold Wolfarth und seine Frau Bettina wollten mit ihrem Privatvermögen das Unternehmen retten, hätte nicht in letzter Minute ein Kunde aus dem Luxussortiment die Firma beauftragt und vertrauensvoll im Vorfeld gezahlt. „Damals wusste ich, ich will Marktführer in Europa werden“, sagt Wolfarth. Und das ist er heute.

Die „bk Group“, unter deren Dach die beiden Firmenzweige „Bau- kreativ“ und „bk Services“ vereint sind, hat mit einem innovativen Konzept den europäischen Markt erobert. Die eine Firma ist für den Laden- und Objektbau zuständig, die andere für das „Rundum-Sorglos-Paket“ der Wartung und Instandhaltung der Läden und Filialen. Marken wie Hermes, Prada, Adidas oder Swarovski gehörten zu den Kunden der Firma.

Die Zentrale in Mittelfranken wurde in drei Bauabschnitten erweitert und von den insgesamt 200 Mitarbeitern sitzen unter anderem 42 Projektmanager hier, die insgesamt 24 Sprachen sprechen und zentrale Ansprechpartner für Kun- den sind. Sie managen die Einsätze der Techniker und Servicemitarbeiter in den Ländern vor Ort. In 27 Ländern ist die „bk Group“ mit insgesamt 200 Mitarbeitern vertreten und betreut 5 000 Filialen in allen Branchen: Bürowelten, Hotels, Fitness Studios, Flagship-Stores oder Shoppingcenter. Die „bk Group“ hat Niederlassungen in Düsseldorf, Berlin, Barcelona und Büros in Paris, Mailand, London und Oslo. Und der Chef von allem ist Gerold Wolfarth.

Den Menschen im Blick

Gestresst wirkt er trotzdem nicht. Das Unternehmen hat eine schlanke Führungsorganisation. Mit vier Führungskräften bildet Wolfarth einen Inner-Circle, der sich regelmäßig trifft. Auch hier gibt es feste Strukturen des Ablaufs. Qualität und Effektivität sind nicht nur das Postulat des Unternehmers im Umgang mit den Kunden, sondern auch in der Führung seines Unternehmens.

Entscheidungen fällt Wolfarth wohl überlegt, aber zügig und seine Mitarbeiter hat er jeden einzeln im Blick. Den Menschen sieht er im Mittelpunkt seines Strebens und hat so eine neue Unternehmenskultur aufgebaut.

In seinem Buch beschreibt er die Strategien und Konzepte, die ihm eine Art Handwerkszeug bei der Umsetzung sind. Klare, analytisch fundierte Anregungen, die alle eines gemeinsam haben: Der Mensch muss sich klar machen, was er will.

Wolfarth selbst arbeitet konsequent an seiner Persönlichkeits-entwicklung – und mit einer Entscheidung hat er immer wieder für Aufsehen gesorgt. Seit 15 Jahren nimmt der Unternehmer jeden Montag seinen Papatag. Bettina Wolfarth ist Steuerberaterin und Partnerin in einer Kanzlei. Als ihre Tochter auf die Welt kam, war klar, dass die Familie Wolfarth hier auch eigene Wege geht. Seitdem kümmert sich Gerold Wolfarth immer montags um die mittlerweile zwei Kinder.

Gelebte Konsequenz

Selbst als 2006 in der großen Krise des Unternehmens ein Bankmitarbeiter die finanzielle Unterstützung vom Abrücken dieses „Papatags“ abhängig machte, hat Wolfarth sich nicht beirren lassen. Längst sind die Medien auf ihn aufmerksam geworden und er hat unter anderem beim Frühstücks-fernsehen von Sat 1 sein Konzept erläutert.

Vor einigen Jahren begann Wolfarth zu überlegen, ob er den Menschen nicht prinzipiell etwas zu sagen habe. Er hat dieses Ziel nach seinen Kriterien geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, das hat er. „Ich bin definitiv jemand, der eine neue Art von Unternehmenskultur verkörpert, die einzigartig ist und den Menschen Mut macht“, so Wolfarth. Also hat er sich eine Ghostwriterin zur Seite geholt und sein Buch geschrieben. Beim Gipfelstürmer-Event in Wiesbaden, wo auch Henry Maske auftrat, hat er sein Buch nicht nur vorgestellt, sondern auch sein neues Projekt eingeläutet: Gerold Wolfarth ist gerade dabei, sich als Key-Note-Speaker zu etablieren. Er ist bei der Referentenagentur

„Speakers Excellence“ als Top 100 Speaker gelistet und kann zu drei Themen (u.a. „Hidden Champion – Der Weg zum Marktführer“) gebucht werden.

Mit konsequentem Einsatz verfolgt er sein privates Ziel, in den nächsten Jahren „Gerold Wolfarth“ als Personenmarke aufzubauen und im TV präsent zu werden. Mit Unterstützung einer Agentur nutzt er gezielt die sozialen Plattformen.

Parallel dazu ist sein unternehmerisches Ziel bis 2025 die Anzahl der betreuten Filialen auf 10 000 zu verdoppeln.

Berater der Politik

Außerdem wurde er 2019 als Senator in den „Senate of Economy Europe“ berufen und hat gemein- sam mit Alexander Hanel aus Leutershausen in der Kategorie „Retail“ den German Design Award 2020 für „Rokstyle“ erhalten, dem weltweit ersten Fashionlabel für Grabsteine.

Was ist also anders bei Gerold Wolfarth? Eigentlich nichts und dennoch so vieles. Er zeigt, dass alles möglich ist, wenn man es wirklich will. Und vor allem, dass man ein mitfühlender Mensch dabeibleiben kann. Sein „Geheimrezept“ dafür steht auf den 270 Seiten seines Buchs.


Das Gespräch für den Personalia-Bericht fand vor der Krise statt. Wir haben kurz vor Redaktionsschluss bei Gerold Wolfarth nachgefragt, wie die Situation bei der „bk Group“ ist.

Herr Wolfarth, in welcher Form ist die „bk Group“ von der Corona-Krise betroffen?

Wir sind durch die Schließung aller Einzelhandelsgeschäfte in ganz Europa voll betroffen. Für uns ist die komplette Existenzgrundlage weg. Wir haben aktuell 190 von 200 Mitarbeitern in 100 % Kurzarbeit.

Wie haben Sie reagiert?

Wir haben einen Business-Continuity-Plan für Krisenanlässe, den wir innerhalb von 24 Stunden modifiziert haben. Nach 72 Stunden war der Plan umgesetzt. In jedem Land sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen ja anders. In Italien bekommen die Mitarbeiter das Kurzarbeitergeld vom Staat, aber erst nach Monaten. Als sozialer Arbeitgeber bezahlen wir z.B. deren Löhne in Vorleistung.

Viele Unternehmen fürchten um ihre Existenz. Wie sehen Sie das? Da wir sehr schnell reagiert haben und eine Zusage von der KfW für einen Betriebsmittelkredit haben, würde ich aktuell sagen, wir kommen mit einem blauen Auge raus. Wir rechnen mit mehreren Insolvenzen bei unseren Kunden und haben auch schon Forderungsausfälle, aber das werden wir überstehen.

Werden Sie alle Arbeitsplätze erhalten können?

Stand heute gehe ich davon aus. Das ist unser allerhöchstes Ziel und steht über allem Anderen.

Haben sich durch die Corona- Krise Ihre unternehmerischen Ziele geändert?

Geändert nicht, und wir haben in den letzten Wochen sogar ein neues Produkt aus dem Boden gestampft:

„BOOK YOUR ROCKSTAR“. Das ist europaweit das erste Handwerkerportal im B2B-Bereich. Firmen können nun Handwerker für verschiedene Leistungen online buchen – in allen Sprachen. Wir gehen davon aus, dass wir den Umsatz, der durch die Krise wegbricht, damit auffangen können und Arbeitsplätze erhalten.

Wie sehen Sie die Situation für Unternehmen in Deutschland im europäischen Ländervergleich?

Deutschland kommt da sehr gut weg. In Spanien z.B. verlangt das Arbeitsrecht, dass Mitarbeiter nach Ende der Kurzarbeit sechs Monate beschäftigt werden müssen. Sonst muss ich sechs Monatslöhne Abfindung zahlen. Daher kündigen viele Unternehmen dort den Mitarbeitern. Wir haben entschieden, auch in Spanien den Weg in die Kurzarbeit zu gehen und hoffen, dass das aufgeht. Auch die deutschen Behör- den haben einen klasse Job gemacht: Millionen von Kurzarbeitanträgen wurden in kürzester Zeit bearbeitet. Oder die Soforthilfe Bayern: Vom An- trag bis zum Geldeingang in nur einer Woche. Das ist super. Im Moment geht es ja um Liquidität in Unternehmen. Man hat da in Deutschland ganz viel geschaffen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Hinter mir liegen richtig harte fünf Wochen, auch wenn ich mir bewusst Auszeiten genommen habe. Die ersten Wochen habe ich aber so gut geschlafen wie nie, weil alles neu war und ich geistig so dermaßen müde war. Jeden Prozess muss man ja neu durchdenken und das mehrmals am Tag. Unser Blick richtet sich auf ganz Europa und jedes Land ging ja eigene Wege. Dazu kam der finanzielle Druck. Wir hatten mit allen unseren Kunden Diskussionen über die Bezahlung von Rechnungen – in der kompletten Spannbreite, von unverschämt bis partnerschaftlich. Unsere eigene Firmenphilosophie verändert sich auch in der Corona-Krise nicht. Wir begleichen die Rechnungen unserer über 1 000 Partnerunternehmen, wie wenn nichts wäre

Was wird die Zeit nach Corona Neues bringen?

Das sehe ich sehr positiv, weil die Menschen sehr viel dazu lernen: Beispielsweise Wichtiges von Unwichtigem im Leben zu trennen. Auch dankbar zu sein und menschliche Begegnungen wieder wertzuschätzen. Viel stand auf dem Prüfstand. Unter dem Strich gesehen wird die Menschlichkeit der Gewinner der Krise sein.

 

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Patricia Riegeler

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